46. Netzwerktreffen

Am 5. März 2025 fand das 46. Netzwerktreffen von TransVer im Online-Format statt. Zwei Beiträge boten praxisnahe Einblicke in Unterstützungsangebote für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen und luden zum fachlichen Austausch ein.

Zunächst stellte der Arbeitsbereich Migration & Flucht von Mittelhof e. V. seine vielfältigen Angebote vor. Der Träger verfügt über fünf offene Häuser, die niedrigschwellig zugänglich sind und Raum für Begegnung bieten – auch ohne Konsum oder Termin, etwa in angegliederten Cafés. Das Angebot reicht von Deutschförderkursen auf B2- und C1-Niveau (zwei Stunden wöchentlich) über Sprachcafés bis hin zu Selbsthilfegruppen, die sich bedarfsorientiert gründen. Hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung von freiwilligem Engagement, das häufig langfristig angelegt ist und für einige Engagierte auch berufliche Perspektiven eröffnet. Ein digitales Padlet bietet einen aktuellen Überblick über die Angebote.

Im zweiten Beitrag wurde die Mobile Beratung in Treptow-Köpenick der ajb gmbh vorgestellt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen sowie psychischen Beeinträchtigungen. Neben aufsuchender Beratung umfasst die Arbeit Begleitungen, Psychoedukation sowie Gruppenangebote. Ein wichtiger Bestandteil ist die Unterstützung beim Zugang zum psychiatrischen Versorgungssystem sowie die Vermittlung in weiterführende Hilfen. Ergänzend wurden niedrigschwellige Gruppenformate wie ein offener Treff (dreimal wöchentlich), Sportangebote wie Fußball sowie spezifische Angebote wie Yoga auf Persisch oder Boxen für Frauen vorgestellt.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass beide Einrichtungen mit komplexen und häufig langfristigen Problemlagen konfrontiert sind. Der hohe Bedarf an Unterstützung im Kontakt mit Behörden stellt für viele Betroffene eine große Herausforderung dar und bindet zugleich erhebliche Ressourcen auf Seiten der Fachkräfte, besonders bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen und hoher familiärer Belastung seitens der Betroffenen. Das Netzwerktreffen bot wertvolle Einblicke in die praktische Arbeit vor Ort und unterstrich die Bedeutung niedrigschwelliger, vernetzter Unterstützungsstrukturen für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen.

Ein herzliches Dankeschön geht an die Kolleg*innen für die Vorstellung und an alle Teilnehmenden für den Austausch! Wir freuen uns auf das nächste Netzwerktreffen am 04.06.2025!