TransVer – neXus Forum „Interkulturelle Öffnung im Gesundheitswesen X.0“

Anregender und lebhafter Austausch zu Sprachmittlung, Kulturalisierung und Rassismus auf dem TransVer – neXus Forum am 22. & 23.6.2021. Fortsetzung folgt!

Seit mehr als 25 Jahren wird in Deutschland eine interkulturelle Öffnung gesellschaftlicher Institutionen gefordert, so auch im Gesundheitswesen. Was hat sich seitdem getan und was gilt es noch zu tun?

Insgesamt etwa 120 Personen aus der medizinischen und der psychosozialen Versorgung sowie aus Verbänden, Verwaltung, Wissenschaft und weiteren Bereiche sowie neben Berlin aus mindestens acht anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg nahmen am 22. & 23.6.2021 an unserem digitalen Forum, das auf diese Fragen abzielte, teil.

Vielfach wurde dabei auf die Notwendigkeit zur Veränderung struktureller Rahmenbedingungen, insbesondere in Krankenhäusern, zur Gewährleistung der Gleichbehandlung hingewiesen: beschränkende Faktoren wie z.B. Personalmangel, Zeitknappheit, keine Sprachmittlung etc. müssen auf politischer Ebene gelöst werden.

Gerade viele Fachkräfte aus der Gesundheitsversorgung forderten außerdem eine andere Kommunikationskultur: eine gute Kommunikation zwischen Behandelnden und Patient*innen muss im Gesundheitswesen aufgewertet werden. Hierfür müsse sowohl die kommunikative Kompetenz in den Fokus gerückt und geschult werden als auch Zeitkontingente für die Kommunikation im Versorgungsalltag bereitgestellt werden, die auch finanziell abbildbar sind.

Einigkeit bestand über die Forderung nach einer standardisierten Implementierung und Kostenübernahme von Sprachmittlung im Gesundheitsbereich (und ggf. darüber hinaus im Bereich anderer Kostenträger-Strukturen bzw. weiterer Sozialgesetzbücher). Eine gemeinsame Bearbeitung eines hierzu von uns vorab erstellten Positionspapier-Entwurfes hilft dabei, der schon lange bestehenden Forderung nach der Übernahme von Kosten für Sprachmittlung im Gesundheitswesen durch die Krankenkassen einen zusätzlichen Impuls zu verleihen. Dies soll dazu führen, dass das von Teilnehmenden oft benannte bestehende Recht von Patient*innen auf Aufklärung im medizinischen Kontext auch bei geringen deutschen Sprachkompetenzen eingehalten wird.

Weiterführend wurde diskutiert, ob die bisherige Leerstelle in der Sprachmittlungs-Finanzierung als Ausdruck von institutionellem Rassismus zu werten sei.

Die detaillierten Inhalte der Veranstaltung, die als Auftakt einer (erneuten) bundesweiten Zusammenarbeit fungiert, finden Sie bald hier in unserer Dokumentation.