neXus

Interkulturelle Öffnung der Berliner Krankenhäuser

Was wir machen

Unser Ziel ist die interkulturelle Öffnung der Berliner Krankenhäuser zu fördern und konkrete Schritte zum Abbau von strukturellen Barrieren in der Gesundheitsversorgung zu identifizieren und zu adressieren. Hierfür wollen wir mit Akteuren der Berliner Krankenhäuser, beginnend mit landeseigenen Kliniken der Charité und von Vivantes, in einen Dialog zur interkulturellen Öffnung treten.

Wir fokussieren auf die Information, Stärkung und Motivation von Akteuren diverser Status- und Berufsgruppen.  Dabei werden Bedarfe und Wünsche hinsichtlich des Konzepts der interkulturellen Öffnung exploriert und entsprechende Veränderungsprozesse angestoßen.  Unser Ziel ist die Vernetzung aller am Prozess beteiligten Ebenen in den Krankenhäusern, in Politik und Verwaltung.

Hierfür sind folgende Prozessschritte geplant:

  • BESTANDSAUFNAHME: STAND, BEDARFE SOWIE HERAUSFORDERUNGEN 

Wir werden explorative Expert*innen-Gespräche mit Akteuren der landeseigenen Berliner Krankenhäuser führen und dabei auf Hürden und Wünsche bzgl. der interkulturellen Öffnung, z.B. Erfahrungen und Barrieren in der Arbeit mit Sprachmittler*innen, fokussieren. Diese Gespräche sind ergebnisoffen konzipiert.

  • HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN UND RICHTLINIEN SOWIE ÖFFENTLICKEITSARBEIT

Wir werden auf Basis der Bedarfserhebung Veranstaltungen für das multiprofessionelle Personal unterschiedlicher Berliner Krankenhausträger entwickeln und dabei die in den Gesprächen sichtbar gewordenen Ressourcen nutzen und Herausforderungen adressieren.

Mittels einer Expert*innen-Runde werden schlussendlich Handlungsempfehlungen und Leitlinien formuliert, die anschließend einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung werden. Voraussichtlich im Mai 2021 wird eine zweitägige Konferenz in Berlin zur Interkulturellen Öffnung in Krankenhäusern in Deutschland stattfinden.

  • PRAXISINSTRUMENTE ZUR INTERKULTURELLEN ÖFFNUNG VERFÜGBAR MACHEN

Wir werden bereits existierende Wissensbestände und Erfahrungen innerhalb der Krankenhausträger, aber auch trägerübergreifend transparent verfügbar machen. Hierfür werden vorliegende Instrumente/Dokumente, die zur interkulturellen Öffnung im Versorgungsalltag beitragen (bspw. übersetzte Aufklärungs-/ Informationsschreiben, Piktogramme, Praxisleitlinien für den Einbezug von Sprachmittler*innen), gesammelt. Noch nicht vorliegende Standards zur interkulturellen Öffnung werden erarbeitet und verbreitet.

  • PRAXISBEGLEITUNG IM PROZESS DER INTERKULTURELLEN ÖFFNUNG VON BERLINER KRANKENHÄUSERN

Zur Information, Stärkung und Motivation der Mitarbeiter*innen werden wir an Teamsitzungen in unterschiedlichen Fachdisziplinen teilnehmen, regelmäßig bzgl. Themen rund um die interkulturelle Öffnung informieren und Ansprechpartner*innen bei Fragen zur interkulturellen Öffnung in der täglichen Praxis der Krankenhäuser sein. Hierüber werden kontinuierlich Bedarfe erfasst und beantwortet. Zugleich werden Fortbildungsangebote etabliert, die die Selbstreflexion der Mitarbeiter*innen stärken, so dass Begegnung und Solidarität erleichtert werden, ohne dabei entscheidende Differenz zu verleugnen. Dies wird in Zusammenarbeit mit dem bereits bestehenden TransVer Netzwerk ermöglicht.

TransVer – neXus ist aus den vielfältigen Praxiserfahrungen des Projektes TransVer, dem Kompetenzzentrum Ressourcen-Netzwerk zur interkulturellen Öffnung, entstanden.

Erfahren Sie in unserem Leitbild mehr über unsere Vision, unser Selbstverständnis und unsere Definition von Kultur.

Unser Leitbild

Was uns wichtig ist

Menschen schreiben ihrer Umwelt Bedeutungen zu und machen sie auf diese Weise zu „ihrer“ Welt. Wir verstehen Kultur als einen Prozess, indem Menschen ihre Umwelt bezeichnen, deuten, interpretieren und ihr damit Sinn verleihen. Der Begriff Kultur kommt von lat. colere – pflegen und von cultura und cultus – Landbau, Anbau und Pflege des Bodens. Kultur bezeichnet also etwas Menschengemachtes, sich stets Veränderndes und definiert sich damit in Abgrenzung zur Natur und zum natürlich Gegebenen.

Die individuelle Identität von Menschen setzt sich aus diversen kulturellen Zugehörigkeiten zusammen. In diesem Sinne sind Kulturen vernetzte, verflochtene Entitäten, die Personen durchdringen und von ihnen durchdrungen werden. Dieser Fokus auf den Veränderungscharakter, auf das Hybride und Fluide im Begriff der Kultur leitet uns im Verständnis der interkulturellen Öffnung von Krankenhäusern. Wir treten dafür ein, eine offene Selbstreflexion über die imaginierten „Anderen“ zu beginnen und Festschreibungen von Eigenem und dem Fremden immer wieder zu hinterfragen.

Unsere Vision

In der Praxis der interkulturellen Öffnung wird der Fokus häufig einseitig auf die Themen kulturelle Differenzen und Migration gelegt. Menschen erfahren aber in Krankenhäusern Diskriminierung nicht nur wegen ihrer Migrationsgeschichte, sondern auch weil ihre Lebensbedingungen mit anderen Dimensionen sozialer Ungleichheit, wie Bildungschancen, Einkommen, Geschlecht, einer Behinderung oder auch sexuellen Orientierung, verschränkt sind. Sobald die vermeintliche kulturelle Andersartigkeit überbetont wird, entsteht die Gefahr, dass Mehrfach-Diskriminierungen oder strukturelle Engpässe unsichtbar werden.

Wir wollen mit Akteur*innen der Berliner Krankenhäuser, beginnend mit Berliner landeseigenen Kliniken (Charité und Vivantes), in einen Dialog zur Interkulturellen Öffnung kommen. Auf struktureller Ebene wollen wir Zugangsbarrieren identifizieren, konkrete Maßnahmen zu deren Abbau entwickeln und Allianzen innerhalb und zwischen Versorgungsstrukturen bilden. Zudem werden wir Fortbildungsangebote etablieren, die die Selbstreflexion der Mitarbeiter*innen stärken, so dass Begegnung und Solidarität erleichtert werden, ohne dabei entscheidende Differenz zu verleugnen.

Der Begriff Nexus, lat. nectere – binden, knüpfen, verknüpfen, steht für

  • die Verflechtung der verschiedenen Achsen sozialer Ungleichheit innerhalb einer intersektionalen Perspektive – symbolisiert durch das große X – auf die Gesundheitsversorgung in den Berliner Krankenhäusern
  • die Verknüpfung von Wissen und bestehender Ressourcen